v.l.n.r. Wolfgang Klook, Rosmarie Helbich und Roderich Kiesewetter

Im Rahmen der Gespräche des Kreisseniorenrates (KSR) mit Abgeordneten im Land- und Bundestag konnte die Vorsitzende Rosmarie Helbich den Heidenheimer Wahlkreisabgeordneten des Deutschen Bundestages Roderich Kiesewetter (CDU) zu einem Gedankenaustausch über die Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), des Angebots an bezahlbarem Wohnraum und der Renten begrüßen.

Als ein besonderes Anliegen des KSR beschrieb der Stellv. KSR-Vorsitzende Wolfgang Klook die unzureichend realisierte Barrierefreiheit. Man vergesse nicht, dass auch durch ein erhebliches finanzielles Engagement der Stadt Heidenheim inzwischen Aufzüge am Bahnhof für Reisende mit viel Gepäck, Eltern mit Kleinkindern, ältere und behinderte Reisende eingerichtet worden sind. Nach wie vor stehen aber für diesen Personenkreis keine geeigneten Zustiegs-möglichkeiten zu den Zügen zur Verfügung. Nur ein Teil des Wagenmaterials bietet bedingt mögliche Zugangsvoraussetzungen. Bahnpersonal, das hier helfen könne, gibt es nicht. Roderich Kiesewetter teilte mit, dass das Ausschreibungsverfahren für die Anhebung der Bahnsteige des Heidenheimer Bahnhofs bis zum Winter 2017 abgeschlossen sein soll, so dass mit dem Baubeginn 2020 gerechnet werden könne. Ab Juni 2019 will die DB behinderten-gerechte Neufahrzeuge einsetzen. Die Gesprächspartner stimmten in der Forderung nach Erarbeitung eines Gesamtkonzepts zur Barrierefreiheit überein und erinnerten an entsprechende Passsagen im Heidenheimer Kreisseniorenplan.

In Niederstotzingen plant die Verwaltung in naher Zukunft die Erarbeitung eines strategischen Konzepts unter Einbeziehung der Bürger. In diesem Zuge soll auch eine Seniorenversammlung einberufen werden und bei Interesse aktiver Bürger ein Stadtseniorenrat gegründet werden, der künftig – so die Zukunftsvision Bremers – sich vierteljährlich mit der Stadtverwaltung über Seniorenthemen austauschen soll. Gleiches ist auch mit der Jugend geplant, und Jung wie Alt können hierbei gemeinsame Ideen entwickeln und miteinander und füreinander das Zusammenleben gestalten.

KSR-Vorsitzende Rosmarie Helbich kritisierte, dass die für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellten Fördermittel bereits im Juni 2016 ausgeschöpft waren. Roderich Kiesewetter sagte seine Unterstützung für die Verstetigung dieses finanziellen Engagements des Bundes zu. Er verwies auf verschiedene Modellprojekte, die für das Wohnen im Alter entwickelt und finan-ziell gefördert worden seien. Ca. 265.000 Wohnungen seien auf dieser Grundlage bundesweit mitfinanziert worden. Mit den gestiegenen Auflagen an energiesparendes Bauen haben sich die Kosten um ca. 20% erhöht – das wirkt sich natürlich auch auf die Mieten aus. Hier komme es darauf an, die Kosten nachhaltig zu senken.

Stellv. KSR-Vorsitzender Wolfgang Klook stellte die zum Teil erheblichen Abschläge bei den Erwerbsminderungsrenten in den Mittelpunkt seiner Kritik. Die Gesprächsteilnehmerinnen und –teilnehmer waren sich einig, dass die nach einem Arbeitsleben erworbene Rente zu einem Leben mit Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen ausreichen müsse. Das bedeute mindestens ein Rentenniveau auf den z.Z. gültigen 48%. Eine weitere Absenkung ist inakzeptabel. Außerdem stößt bei den Betroffenen auf wenig Verständnis, dass für die Anrechnung von Mutterschaftszeiten das Jahr 1992 als Schnittpunkt festgelegt wurde. Roderich Kiesewetter verwies auf die finanzielle Seite der Alterssicherung. Die Verbesserung der Mütterrente führt zu jährlichen Kosten von derzeit rund 6,7 Milliarden Euro. Im Rentensystem spiele dann noch der Beitrag, das Renteneintrittsalter, die Mindestrente, das Rentenniveau und die stufenweise Anhebung der Erwerbsminderungsrente eine Rolle. Über die zu wählenden Prioritäten werde es ganz sicher im Wahlkampf einiges an Auseinandersetzungen geben. Insgesamt fallen im aktuellen Bundeshaushalt 60% aller Ausgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich an. Als Leitlinie seines politischen Handelns beschrieb Roderich Kiesewetter den Zusammenhalt der Gesellschaft. Der Aufstieg der AfD und die sich in die gleiche politische Richtung orientierenden Demonstrationen machten deutlich, dass hier Gefahr im Verzuge ist. Gesellschaftliche Gruppen wie die Seniorenräte einerseits und die Politik andererseits seien hier gleichermaßen gefordert.